Chicago verdankt seinen Nickname „Windy City“ der direkten Lage am Lake Michigan, der uns am ersten Tag vor widrigen Winden und Böen verschonte, jedoch am zweiten Tag frei Haus und ohne Bestellung die Bezeichnung rechtfertigte.
Mein Richtungsweiser war eher der Film „Blues Brothers“, falls den jemand kennt.
Neben den glänzenden, hochaufragenden Fassaden des Sears Towers und Konsorten
Nochmal zurück zu den architektonischen Glanzleistungen Chicagos, die das Herz der Stadt beschirmen. Sie sind für mich der Beweis, dass im Rückblick die Vergangenheit „besser“ aussieht.
Warum ich das sage?
Nun ja, gegen Ende des 19ten Jahrhunderts wurde der Stadtkern Opfer eines tagelangen, verheerenden Feuers, das nichts als Asche und Staub zurückließ. So schmerzlich und tragisch
Nachdem ich der Skyline und den dahinter verborgenen Gesichtern Chicagos hoffentlich genug Tribut gezollt habe, wird es Zeit stramme Haltung anzunehmen und Jubelgeschrei für die amerikanischen Soldaten anzustimmen, derer an diesem Wochenende gedacht wurde.
Wir stolperten auf unserem Weg über die Magnificent Mile geradewegs in die Vorbereitungen einer Gedenk-Parade. Diese bestand aus zig Soldaten-Regimentern der verschiedensten Waffengattungen, von Marine über Heer bis hin zu Spezialeinheiten. Es waren hunderte von ihnen, alle in Uniform, begleitet von eigenen Musikcorps, die den Takt-Schritt vorgaben.
Nachfolgend möchte ich eine Beobachtung weitergeben, wobei mir hier bitte niemand unterstellen möge, ich wäre rassistisch oder dergleichen. Auf meinen Bildern und Videos, von denen ich euch eines für das „real life feeling“ beigefügt habe, ist eine Sache offensichtlich.
Grundsätzlich scheint die Mehrheit des Militärs aus Schwarzen zu bestehen, ich habe fast keine weißen oder sonstwie farbigen Soldaten gesehen. Und es ging nicht nur mir so, auch meine Begleiter bestätigten mir diesen Eindruck. Die wirtschaftliche Vergangenheit mag eine gewisse Rolle spielen, da die Stadt ein zentraler Motor für den US-Arbeitsmarkt war und viele Afroamerikaner aus den ärmeren Südstaaten nach Chicago kamen. Doch im Gegensatz zu den Hauptdarstellern war die Mehrheit der Zuschauer weiß. Es war wirklich krass, die in ihren Uniformen auf der Straße daher marschierenden, dunklen Soldatinnen und Soldaten zu sehen, die von überwiegend hellhäutigen Zuschauern gesäumt wurde.
Außerdem wurde mir einmal mehr deutlich, welche Bedeutung das Militär für die persönliche Zukunft von jungen Menschen besitzt. Ich habe viele ROTC-Einheiten (ROTC ist ein militärischer Zusatzkurs, den Schüler und Studenten wählen können, wobei sie im Gegenzug Stipendien erhalten) mit marschieren sehen, wobei die angehenden Soldaten fast alle jünger waren als ich. Ich betone abschließend nochmal, dass es sich hier nur um eine Momentaufnahme meinerseits handelte und absolut nicht als repräsentativ gilt.
Klar war nach diesem Paradieren und Flaggengeschwenke vor allem eins: USA ohne sein Militär ist wie Oberfranken ohne Bier. Vielleicht ein plumper Vergleich, aber er bezeichnet meiner Meinung nach dessen essentiellen Wert für die amerikanische Kultur.
Abschließend noch ein kleiner Schwenk zum Sport:
Let’s go Pens!