Once upon a time in Iron City,...

Hier findet der interessierte Besucher mein Online-Tagebuch über meine Zeit in der Stadt, wo sich der Allegheny und Monongahela River zum Ohio River verbinden...

...in Pittsburgh (Pennsylvania).

Donnerstag, 27. August 2009

New York City – Auf Tuchfühlung im Schmelztiegel

New York City, die 8 Millionen Metropole am Hudson und East River ließ uns durch den (wie vermutlich alle anderen Wege auch) immer verstopften Lincoln Tunnel von New Jersey aus in sein Inneres.
Was für ein Urteil kann man nach nur zwei Tagen über den Melting Pot fällen? Wohl kaum ein wirklich umfassendes, da in diesem Fall die Reiseführer-Aussage „Ein Leben reicht nicht aus, um NYC vollständig erlebt zu haben“ am ehesten der Wahrheit nahe kommt.

Den ersten Abend nach unserer Ankunft haben wir klassisch mit Empire State Building und Times Square begonnen. Natürlich wollte ich mir ein eigenes Urteil über die oft gehörte Empfehlung bilden, statt dem Empire State Building lieber das Rockefeller Center für den ultimativen Blick über die Stadt auszuwählen. Wir waren auf beiden, daher das Fazit an späterer Stelle. Da man völlig im Ungewissen liegt, wie lange man bis zur Ankunft an der Aussichtsplattform warten muss, war die Nacht bereits hereingebrochen.
Die sich uns bietenden Eindrücke versuche ich mit nachfolgenden Bildern wiederzugeben, wohl wissend dass meine Digital-Kamera für dieses Angebot an Licht und Dunkelheit leider nicht taugt.


Das nachfolgende Bild zeigt von oben die immer-währende Lichteroase der Stadt, den Times Square.
An dieser langgezogenen Schnittstelle lässt sich der Puls New Yorks mit allen Sinnen wahrnehmen. Die blinkenden Reklame-Tafeln und Bildschirme, das Drängeln durch die dichtgedrängte Menschenmenge, das Hupen der dazwischen schwimmenden Taxis und der erdrückende Geruch einer Mischung aus Fastfood, Auto-Abgasen und abertausenden, dahineilenden Menschen bei sich kaum abkühlenden Temperaturen um 29 Grad Celsius um 22:00 Uhr.

Abseits der Hauptstraßen verliert sich die Masse aber schnell und man begegnet eher Einwohnern als Touris beim Joggen am East River. Wir folgten dem Fluss bis zur Brooklyn Bridge und dem dahinter beginnenden Hafenbereich.


Etwas weiter draußen kann man bereits Ellis Island erkennen, der Heimat von 225 Tonnen Kupfer und Eisen aus Frankreich, sowie zig Tonnen Zement aus Deutschland.Bevor jemand diese Metapher missdeutet, weise ich lieber deutlich auf nachfolgendes Bild der Freiheitsstatue, der Statue of Liberty hin, die den Vereinigten Staaten 1886 von Frankreich zur Hunderjahrfeier der Unabhängigkeitserklärung geschenkt wurde.

In etwas kürzerer Abfolge nun der Besuch von New Yorks „ewiger“ Baustelle, dem ehemaligen Ground Zero, dessen aktuell korrekter Terminus One World Trade Center ist. Nach wie vor gibt es kein finales Fertigstellungsdatum, das letzte war September 2011, was ich, obwohl Gläubiger der unbegrenzten, amerikanischen Möglichkeiten doch für sehr unwahrscheinlich halte, zumindest für das aus fünf Türmen bestehende Gesamtprojekt.
Auch das daneben liegende Finanzzentrum Wallstreet haben wir gestreift und auf unseren doch recht intensiven Fußmärschen immer wieder Reste der Architektur vergangenener Tage gefunden.

Da wir zufällig über die gezeigten Locations stolperten, waren wir umso überraschter, was sich im Schatten der dominanten Hochhauslandschaft verbirgt. Insbesondere Kirchen mussten wohl dem Platzmangel ihre Höfe opfern, so dass man schon davor stehen muss, um das Gebäude als solches zu erkennen.


Abschließend noch die Auflösung des Pro/Kontras zwischen Empire State Building und Rockefeller Center. Das Rockefeller Center bietet neben der Aussicht auf Manhattan und die allgegenwärtigen Hochhäuser zusätzlich die Draufsicht auf die grüne Lunge der Stadt, den Central Park.


Zieht man dann noch in Betracht, dass es preislich günstiger ist, man auf den Aussichtsplattformen keine Gitter bzw. mechanische Sperren hat, sondern Glas sowie die Wartezeit erheblich kürzer war (ich meine nicht vom Besucherandrang her, sondern von der logistischen Lösung des Andrangs), muss ich in den Chor der Rockefeller Befürworter mit einstimmen.
King Kong Fans dürfen natürlich das seit 2001 wieder höchste Gebäude der Stadt nicht auslassen, doch allen anderen, würde ich zumindest als erstes das Rockefeller Center empfehlen.

Soviel aus der unangefochten größten und weltweit bekanntesten Stadt der USA. Ich melde mich wieder aus dem Machtzentrum, der US Capital Washington DC.

Sonntag, 16. August 2009

Great Smoky Mountains – Verschleierte Schönheit umzingelt von Kommerz

Einmal mehr Wald und Berge, rauschendes Wasser und wilde Tiere ohne abschirmende Zäune. So könnte man unwissend diesen wunderschönen Nationalpark klassifizieren und unter Umständen aus der Besuchsliste streichen.
Die Folgen wären das Verzichten auf einmalige, faszinierende Eindrücke, die dem charakeristischen Charme dieser Landschaft innewohnen.



Die ausgeschilderten Hiking-Trails führen je nach Lage quer durch die Wälder oder hinauf in die Berge. Wir folgten dem Alum Cave Trail durch zuerst schwülwarme Niederungen und mit steigender Höhe in Richtung des LeConte Gipfels in immer freier werdende Luft und Herausforderungen.
Die sehr natürlich belassenen Wege sind teilweise völlig von Wasser überflutet und man kämpft sich anhand der vorhandenen Sicherungsleinen weiter nach oben. Die Anstrengungen des 10 Meilen langen Weges haben sich auf jeden Fall gelohnt, getreu dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.


Neben der natürlichen Umgebung hatten wir dieses Mal sehr viel Glück was Bären angeht. Die heimischen Schwarzbären kreuzten so oft unseren Weg, dass es fast schon nichts mehr Besonderes war, wenn wieder mal einer im Baum hing ;).
Aber ernsthaft, es war ähnlich wie im Yellowstone Nationalpark, dass man ungemein nah an die Tiere herankam, die in vermeintlicher Seelenruhe ihrem Leben nachgingen, mehr oder weniger unbeeindruckt von der sie begaffenden Menschenmenge.
Highlight war hier neben den Einzelgängern eine Bären-Mutter mit vier Jungen, die auf einem Baum zwecks Futtersuche herumtollten.



Die Smokies werden mir so in Erinnerung bleiben, zusammen mit den überraschenden, kurzen Gewittern, so manchem Moskitoschwarm und dem den Park umzingelnden Kommerz. Meilen vor dem Parkeingang werden meinem Eindruck nach 90% der Besucher von Achterbahnen, unzähligen Fastfood-Restaurants und Starbucks, Souvenirläden und dergleichen mehr abgefangen. Auch das spontane Heiratsgewerbe trägt hier sehr zum Umsatz der Touristenbranche bei.
Ich kann dazu nur sagen, dass ich froh bin, mich mit folgendem Bild verabschieden zu können und nicht, wie ich gerade versuche, mich mit French Fries in der Hand am Rollercoaster festzuhalten.

Montag, 3. August 2009

Yellowstone Nationalpark – Zwischen Wölfen, Büffeln und Atlanta Hartsfield-Jackson-Airport

Der Yellowstone Nationalpark liegt im Nordwesten der Vereinigten Staaten, größtenteils im Bundesstaat Wyoming. Sofern man wie ich an der Ostküste wohnt, gibt es keine sinnvolle Alternative zum Fliegen, da die Entfernung von Pittsburgh so nebenbei ca. 1,900 Meilen (3.040 Kilometer) beträgt. Die Möglichkeit für diesen Trip hat sich mir einmal mehr dank Katja ergeben, die den Löwenanteil der Planung übernommen hat.
Überglücklich mich ihrer Gruppe anschließen zu dürfen habe ich meinen Flug nach Cody, WY gebucht. Da es sich hierbei um einen Provinzflughafen mit zwei Flügen pro Tag handelt, hatte ich zwei Verbindungsstationen: Atlanta in Georgia und Salt Lake City in Utah. Es war meine erste Reise, die Atlanta einschloss...und sofern es sich einrichten lässt auch die letzte.
Um meine Misere abzukürzen, ich kam statt wie geplant um 22:30 Uhr am Donnerstagabend erst am Freitagnachmittag um 14:30 Uhr in Billings, MT an. Also weder geplante Zeit noch geplanter Ort.
In Billings habe ich mir einen Mietwagen genommen, um mich mit Katja und Udo in Gardiner (der zweiten Station auf der Rundreise durch Yellowstone) zu treffen, besonders weil ich wenig Lust hatte noch einen Tag sinnlos auf einem Flughafen zu verbringen.

Meine Autofahrt nach Gardiner brachte wenigstens die lang ersehnte positive Wende: Einen Ford Mustang GT (einziges, verfügbares Auto am ganzen Flughafen) sowie die endlose Weite Montanas :).


Inmitten dieser Landschaft tauchten im Nationalpark plötzlich geschmolzene Felsformationen und nach Schwefel riechende Tümpel auf:


Die heißen Quellen und Geysire sind schön anzusehende Zeugnisse der lokalen seismischen Aktivitäten. Der auf Gebirgshöhe liegende Park beherbergt nach Meinung mancher Geologen das Potential, den gesamten Nordamerikanischen Kontinent mit einem einzigen Ausbruch hinwegzufegen.

Bei Bildern wie den nachfolgenden drängt sich zuweilen der Vergleich mit J.R.R. Tolkien’s Land Mordor auf, mit dessen heißer, stinkender Luft, verödeter Umgebung ohne Trinkwasser und Grün.


Daneben boten sich aber auch wunderschöne Farbspiele, die den Farbtöpfen des Regenbogens entsprungen zu sein schienen:


Damit genug über "totes", aktives Gestein und ein Schwenk zur zweiten, starken Komponente des Parks, die aus seinem reichhaltigen Tierleben besteht, das man mit etwas Glück aus nächster Nähe beobachten kann.
Mein Erfolg war zwar nach Aussage meiner Begleiter nicht mit ihrer Ausbeute vom Vortag (den ich dank Atlanta verpasst habe) vergleichbar, aber es war doch ein Erlebnis, wie wenig die Tiere von den sie umgebenden, gaffenden Menschen Notiz nahmen.



Mit den folgenden, letzten Eindrücken verabschiede ich mich mit euch von Yellowstone, mit dem definitiven Wissen, dass ich hierhin zurückkehren werde. Dann aber ohne Flug über Atlanta, da neben meiner Hinreise natürlich auch meine Rückreise nicht reibungslos verlief. Ich hing wieder auf diesem verdammten Flughafen fest.
Beim Schreiben dieses Posts hatte ich teilweise Probleme die negativen An- und Rückreise-Erfahrungen von den unvergleichlichen Erlebnissen im Park zu trennen.

Daher hoffe ich, dass meine letzten Bilder die ungerecht vielleicht fehlende Begeisterung ausgleichen.