Ganz kurz zu diesem schwedischen Moloch: Völlig identisch, dieser Markt, hätte auch sonstwo in Deutschland stehen können, gleicher Aufbau, gleiche Namen (es gibt sogar einen Stuhl namens „Stefan“ ;)), auch das berühmte Billy-Regal türmte sich vor mir in seiner ganzen Pracht auf. Das einzig überraschende war für mich der Abschluss: Hier geht das, wie in vielen Supermärkten übrigens auch, per Self-checkout. Heißt konkret, dass man selbst seine Artikel im Wagen scannt und dann bezahlt. Bei mir hat das leider nicht geklappt, als die Aufsichtsperson meinen vollen Wagen gesehen hat, wurde gleich persönliche Betreuung für mich geordert. Von meiner Checkout-Hilfe stammt auch der Titel meines Posts, ihr könnt euch also vorstellen, wie mein Sortiment ausgesehen hat :).
Die Größe ist im Vergleich zu Deutschland für ein „One Bedroom Apartment“ extrem, es dürften so ca. 70m² sein, alles mit Teppich ausgelegt, der noch nach der Reinigungsbehandlung riecht. Die Küche würde ich als typisch amerikanisch beschreiben, als da wären ein riesiger Kühlschrank (25% der Küche) und ein dazu passendes Eisfach sowie der parallel zum Spülbecken eingebaute Müllschlucker, für alle, die zu faul sind, ihren ganzen Müll zum nächsten Schacht im Treppenhaus zu tragen ;).
Wenn ich es nun noch geschafft habe, eine Social Security Number zu bekommen (nach deren offiziellen System bin ich immer noch nicht in die USA eingereist und ohne diese Meldung geht nichts), dann bin ich endgültig established.
Hatte am Donnerstag und Freitag extrem Stress mit meiner HR-Betreuung wegen zig Formularen, Nachweisen, etc. Keine Sorge, es kommt nun keine weitere Beschreibung der orgastischen Bürokratie, ich schließe dieses Thema mit einem Zitat von Bill Bryson (nochmal danke an Lena, Ute und Davos):
“Despite my best efforts there abounds a terrible myth, which I should like to lay to rest once and for all, that America is an efficient place.
It is anything but.
Partly this is because it is a big country. Big countries spawn big bureaucracies. Those bureaucracies spawn lots of departments and each of those departments issues lots of rules and regulations.
An inevitable consequence is that with so many departments the left hand not only doesn’t know what the right hand is doing, but doesn’t seem to know that there is a right hand.”
Wer sich an den zahlreichen Beispielen erfreuen will, die der werte Autor (gebürtiger Amerikaner, ist als Jugendlicher nach Großbritannien gezogen und dann 20 Jahre später wieder als „Europäer“ zurückgekehrt) aufzählt, der soll sich bitte das Buch kaufen :).
Am Freitagabend war ich mit Kollegen im Hard Rock Cafe, weil uns ein weiterer Ami-Kollege mehr oder minder als Publikum für den Auftritt seiner Band engagiert hat. Wäre aber nicht nötig gewesen, es war eine super Stimmung, bester Southern Rock vom feinsten, der dringend von mir benötigte Ausgleich zum nachdrücklich mit Bass unterlegtem Radiogedudel über Knarren, Autos und Frauen. Leider habe ich meine Kamera vergessen, sonst hätte ich euch die ersten Einblicke in die Partykultur geben können. Sind danach noch weiter in eine „Kneipe“ nebenan. Auch hier, völlig unerwartet ausgezeichnete Stimmung! Es ist schwierig hier die Unterschiede zu beschreiben, aber ich will’s versuchen. So übertrieben und sorglos wie die Amerikaner im sonstigen Leben sind, so auch beim Weggehen, aber hier kommt das richtig gut! Es war ein ganz normaler Abend in dieser Kneipe, kein Event oder so und ich glaube auch nicht, dass alle Anwesenden schlichtweg betrunken waren. Aber immer wieder haben sich willkürlich irgendwelche Leute rumliegende Instrumente geschnappt und irgendwelche Klassiker gespielt. Völlig querbeet von Bryan Adams über Papa Roach hin zu Madonna. Es war nur Schlagzeug und Gitarre, aber die Grundmelodie reichte und der Raum war mit dabei. Dazwischen immer wieder Musik über die bis zum Anschlag aufgedrehte Stereoanlage, bis das ganze auf dem Höhepunkt mit der Hymne der Steelers (Pittsburgh’s Football Mannschaft, die am 01.02.2009 im Superbowl gegen die Cardinals aus Arizona spielen werden. Gegen diesen Event kommt im Moment nichts an, alles im öffentlichen Leben konzentriert sich zu 1.000% darauf, alles ist auf Black and Gold getrimmt) endete, und zwar pünktlich um 02:00 Uhr. Ich weiß nicht, ob es sich hierbei um ein Stadt-, Bundes- oder Landes-Gesetz handelt, aber das ist die allgemeine Sperrstunde, danach macht alles dicht.
Auf dem Weg nach Hause dröhnte mir immer noch der Refrain des "fight song" in den Ohren, den ich euch nicht vorenthalten will:
Here we go,
Steelers,
Here we go,
Pittsburgh's going to the Super Bowl!
Finde diesen Fan-Song aber viel besser als den offiziellen, daher will ich diese "Kids" mal unterstützen:
http://www.youtube.com/watch?v=DkTflRQzCZg
Ihr seht also, welcher Wirbel hier gemacht wird und welches Potential darin steckt....werde nun loslaufen und mir auch ein Steelers Shirt in XXL kaufen (=> Vorausplanend gedacht), sonst redet hier keiner mehr mit mir! ;)