Once upon a time in Iron City,...

Hier findet der interessierte Besucher mein Online-Tagebuch über meine Zeit in der Stadt, wo sich der Allegheny und Monongahela River zum Ohio River verbinden...

...in Pittsburgh (Pennsylvania).

Montag, 2. Februar 2009

Six-burgh rulez once more!!!

Here we go, Steelers, here we go,
We won, We beat them, those wimps,
Six-burgh, We rule….
...ich könnte diese Liste endlos fortsetzen, das war gestern der absolute Wahnsinn. Daher widme ich diesen Blogeintrag auch ausschließlich diesem Abend, an dem die Pittsburgh Steelers es als erstes Team in der NFL-Geschichte geschafft haben, den Superbowl zum sechsten Mal zu gewinnen. Außerdem war es ein verdammt spannendes Spiel, das auch nach Aussage der mich umgebenden Fachexperten einfach alles hatte, was ein „perfektes“ Football Match haben muss: Strategie, herausragende Teamleistung und natürlich den Sieg der Heim-Mannschaft. Dieses Ereignis hat sich bereits jetzt einen Platz als Highlight meiner Zeit in dieser Stadt gesichert und den Maßstab für alles folgende sehr hoch gesetzt :).

Der Abend fing zuerst recht verplant mit der Frage an, wo wir das Spiel uns anschauen wollen. Natürlich in einer Bar, soviel war klar, aber da die Auswahl entsprechend groß war, konnten wir uns nicht so recht entscheiden, wo wir einerseits überhaupt noch reinkommen (wir haben uns im Gegensatz zu den Einheimischen recht spät auf den Weg gemacht, nämlich erst 1,5 Stunden vor Spielbeginn, der um 18:00 Uhr war) und andererseits wo auch entsprechend Stimmung herrscht.

Letztlich haben wir uns dann auf der Fahrt entschieden, in der Nähe des heute verwaisten Football-Stadions „Heinz Field“ eine Location zu suchen.


Dort in der Nähe fanden wir das McFaddens, eine Bar mit riesigen LCD-Bildschirmen an allen nur möglichen Stellen, so dass es egal war, in welche Richtung man sich dreht oder schaut, überall hatte man einen ausgezeichneten Blick auf das Spiel.
Viele Steelers Fans waren bereits dort und verköstigten sich am Superbowl Buffet (für nur 12$ das gesamte Spiel über frei (fr-)essen und das ausnahmsweise sogar von guter Qualität, kein Fastfood).

Mit dem Absingen der amerikanischen Nationalhymne begann dann das Spektakel. Hier muss ich anmerken, dass ich etwas überrascht war, dass es eigentlich niemanden interessiert hat, dass gerade die Hymne aufwendig zelebriert wurde. Meine Erwartung war, dass die versammelten PIT-Patrioten aus voller Kehle das Star-Spangled-Banner ehren….aber nichts dergleichen. Gegen Ende der Hymne (so ab "and the home of the brave") wurde die Lautstärke extrem aufgedreht, so dass die "Tapferen" sich der Situation bewusst wurden und die letzten Klänge mit Jubel begleiten konnten.

Danach folgten die üblichen Formalitäten mit Wahl des Beginner-Teams, Austausch der Mannschaftswimpel, etc. Dies wurde unter Aufsicht eines X-Sterne Generals durchgeführt, der extra dafür eingeflogen worden war. Man darf das Militär bei solchen Anlässen schließlich nicht außen vor lassen ;).
Nachdem der General dann endlich von 50 Soldaten standesgemäß vom Feld eskortiert worden war, begann das erste von vier Vierteln.
Das Spiel selbst nun in abgekürzter Version: Die Steelers dominierten die erste Hälfte des Spiels, bei der berühmt-berüchtigten Halbzeitshow stand Bruce Springsteen's Live-Auftritt im Mittelpunkt, danach holten die Arizona Cardinals gefährlich auf, schafften sogar einen Vorsprung vor den Steelers, den diese knapp vor Schluss durch geniale Spielzüge der Offense auf- und überholten.
Für das darauf folgende lasse ich folgende Bilder sprechen:







Das Spiel war irgendwann nach zehn Uhr aus, danach sind viele aufgebrochen, um nach Oakland oder Southside zu gehen. Dort wurden von der Polizei die Hauptstraßen extra gesperrt, weil zigtausend feiernde Fans auf den Straßen unterwegs waren. Es war ein bisschen wie Sylvester, überall sich umarmende, glückliche Menschen, Feuerwerk und Licht, es war der Punkt Null, ab dem eine neue Zeitrechnung beginnt :).
Auf unserem Weg nach Station Square begegneten uns zwar nur wenige Autos, aber alle in Schrittgeschwindigkeit mit offenen Fenstern und den daraus dröhnenden Steelers Fan-Chorälen. Wenn man durch Umarmung zum Amerikaner werden kann, müsste ich’s nun sein :D.

Ein kurzer Kommentar noch zum Tag danach: Ich hatte in einem Moment geistiger Umnachtung einem Termin um halb neun am Montagmorgen zugesagt, bin also ziemlich geplättet auf Arbeit erschienen. Hier befand ich mich aber in bester Gesellschaft, es gab keinen, der das Spiel nicht gesehen und den Sieg gefeiert hatte, daher lief dieser Tag recht lässig ab.

In den Nachrichten wurden neben den Bildern der friedlich Feiernden auch einige weniger schöne Szenen gezeigt. In der Studenten-Hochburg Oakland gab es mehrere Brände, es wurden Sofas auf den Straßen angezündet und zahlreiche Autos beschädigt. Der Kommentar meiner Kollegen dazu war nur, dass nichts anderes erwartet worden war, da betrunkene, amerikanische Studenten in dieser Gegend wohl generell zu Gewaltexzessen tendieren. Beim letzten Superbowl war es angeblich schlimmer, da wurden Autos total zerstört mittels Umwerfen und Anzünden, verbunden mit einigen Gefechten mit der Polizei.

So hatten wir trotz chaotischer (=nicht vorhandener) Planung einen super Superbowl-Abend, der dann in Station Square im Buckhead Saloon endete.

Greetz aus Six-burgh, the Steel City that bleeds black and gold!

1 Kommentar:

Corinna hat gesagt…

Hej Stefan,
da hast du ja echt richtig n super event erlebt.
Die Amis sind schon ganz schön Sportverrückt oder?zumindest was das zusehen angeht. Was du schreibst erinnert mich n bisschen an die WM2006;)
Ein Spiel River gegen Boca steht bei mir auch noch auf dem Plan; das darf man sich nicht entgehn lassen.

Anbei ein paar Sonnenstrahlen nach Pittsburg, Lieben Gruß,
Corinna