Once upon a time in Iron City,...

Hier findet der interessierte Besucher mein Online-Tagebuch über meine Zeit in der Stadt, wo sich der Allegheny und Monongahela River zum Ohio River verbinden...

...in Pittsburgh (Pennsylvania).

Dienstag, 31. März 2009

"I love this country"

Dieses Zitat habe ich Evan, einem Amerikaner aus New York, geklaut, der dies während unseres Trips durch Kentucky äußerte, als wir an einer mitten auf der Wiese aufgestellten Badewanne vorbeifuhren :).

Wir befanden uns auf einer heiligen Mission, einer Reise, die schon Abertausende vor uns unternommen hatten:

Dem Kentucky Bourbon Trail ;). Wir starteten um halb sechs Uhr morgens von Cinci aus gen Süden. Unser erstes Ziel war die Distillery Wild Turkey.


Die Fahrt durch diesen Bundesstaat zeigte mir erstmals die schiere Weite und Leere, nachdem wir den Highway hinter uns gelassen hatten. Der wichtigste Unterschied zu Pittsburgh fiel mir auch sehr schnell auf: Mildere Temperaturen, kein schneidender, kalter Wind und bereits Frühlingsgrün (worauf ich in Pittsburgh immer noch sehnsüchtig warte…wahrscheinlich findet der Frühling nicht den Weg in die Stadt, weil es verkehrstechnisch zu kompliziert ist dorthin zu gelangen, da es einem aufgrund der unzähligen Tunnel und Brücken sehr leicht gemacht wird, eher in die Gegenrichtung statt in die Stadt zu fahren -> ich spreche leider aus Erfahrung).

Zu den Touren über und durch das Produktionsgelände von Wild Turkey möchte ich nicht tiefer ins Detail gehen, wer einen detaillierten Vortrag haben will, kann das gerne von mir persönlich bekommen. Ich habe genug Bilder davon :).
Nach Wild Turkey ging es noch zu Four Roses und Maker’s Mark. Four Roses ist vom Aufbau und Aussehen sehr ähnlich zu Wild Turkey, beide gehören international tätigen und riesigen Getränke-Herstellern, so dass der „industrielle“ Einfluss bei beiden deutlich sichtbar ist. Daher lieber noch ein Abstecher zur Maker’s Mark Distillery, die so versteckt im Wald liegt, dass wir uns auf dem Flurbereinigungsweg dorthin mehr als einmal gefragt haben, ob uns das Navi wirklich den richtigen Weg weist oder nicht.

Nach zwanzig Minuten Fahrt durch diese ländliche Idylle erreichten wir Maker’s Mark. Ich bin zwar kein Bourbon Fan, aber Marken wie Wild Turkey und Four Roses kenne ich zumindest. Von Maker’s Mark hatte ich allerdings nichts weiter als den Namen gehört. Schwerer Fehler, zumindest was den ersten Eindruck angeht.

Daher mal auf zwei Bildern der direkte Vergleich: Links Wild Turkey, rechts Maker’s Mark.



Nach dem individuellen Tasting Erlebnis führte unsere Strecke weiter gen Süden in Richtung des Nationalparks Mammoth Caves, der uns seine Wunder und Geheimnisse am Sonntag offenbaren sollte. Der Name jedenfalls ist Programm, die "Mammut-Höhlen" erstrecken sich auf über 367 Meilen erschlossenen Wegen durch den Untergrund und repräsentieren die größte Höhle der USA. Von außen völlig unscheinbar enthüllen sich zig Foots unter der Erde die mit phantasievollen Namen betitelten Hallen und Gänge (z.B. Fat Man's Misery). In schnellem Wechsel hat die Natur hier knochentrockene Bereiche direkt neben feuchteren Abschnitten geschaffen, in denen das Wasser weiterhin aktiv an der Arbeit ist.
Für alle Herr der Ringe Fans: Dieser Ort wäre ideal für die Szenen in Khazadum-Moria gewesen. Leider hatte ich keine Möglichkeit "etwas mehr Licht zu wagen", weil mir Gandalfs Zauberkräfte fehlen.
Daher müsst ihr mit dieser Bildqualität auskommen:


Um den patriotischen Gesichtspunkt nicht zu vernachlässigen, natürlich hat auch dieses Höhlensystem dazu beigetragen, dass es die USA überhaupt gibt. Wie? Ganz einfach, hier wurde während der Unabhängigkeitskriege Schießpulver produziert, das vorher immer aus Europa importiert wurde.

Neben den Touren über befestigte, präparierte Wege gibt es auch die Möglichkeit Klettertouren auf Händen und Knien durch eher unerschlossene Bereiche der Höhlen zu unternehmen, die Schutzausrüstung bekommt man vor Ort dazu. Leider hatten wir dazu an diesem Tag keine Zeit mehr dafür, aber ich werde das Caving zumindest hier in Pennsylvania nachholen, da es in der Nähe von Pittsburgh mehrere solcher Höhlenkomplexe gibt.

Da mir die aktuelle Budgetplanungsphase weiterhin freie Tage vorenthält, bin ich Sonntagnacht noch zurück nach Pitt gefahren, wo mich um 3:00 Uhr morgens stürmisches Wetter und Schnee erwarteten...also alles wie gewohnt und so wie ich es verlassen habe.

Herzlichsten Dank für dieses Wochenende möchte ich ganz besonders Katja aussprechen, deren Organisation und Planung ich diese Erlebnisse verdanke.

1 Kommentar:

Katja hat gesagt…

Stefan - schoen dass du dabei warst! Hoffe bis bald mal irgendwo in den USA. Lass dich nicht einschneien!
Katja