Was ist das Besondere an Niagara, das die Menschen anzieht?
Die modernen, überall wuchernden Hotels, Wellness-Oasen, Kasinos und Freizeitparks? Die weit in den Himmel reichenden Aussichtstürme und Riesenräder? Die verschiedenen „Journeys behind the Falls“, deren Fokus auf 4D-Kino und Zuckerwatte liegt?
Ich weiß, es handelt sich hier wohl eher um eine rhethorische Frage bzw. mir ist ebenso klar, dass solche Natur-Wunder jede Art von Kommerz anlocken. Solange es genug eifrige und zahlungswillige Touristen gibt, die bereit sind für Ramsch jeder Art wie z.B. für eine kleine Kapsel „echtes Niagara-Wasser“ 15 Dollar hinzulegen, kann ich diesen Boom verstehen.
Generell gehoeren die Wasserfälle wohl auf jede USA Ausflugsliste. Jedenfalls standen sie ganz oben auf der Liste von Marion, mit der ich diese Reise zum Auftakt unseres gemeinsamen Urlaubs unternehmen durfte.
Wir fuhren auf die kanadische Seite, da sowohl unsere Reiseführer wie auch meine Kollegen unisono bestätigten,
Um wieder an meinen Ausgangspunkt anzuknüpfen, welchen Eindruck hat Niagara Falls bei mir hinterlassen?
Ich denke, man muss sich darauf einlassen, was man vor sich hat. Und vor allem nicht nur mit den Augen (oder american like nur der Digitalkamera) wahrnehmen, sondern mit allen Sinnen. An jeder Stelle ergeben sich individuelle Eindrücke: das Herabstürzen der Wassermassen, den nie endenden Donner des Aufpralls, die weit im Umkreis niedergehende Mist-Wolke, deren Berührung die Haut mit kaltem Schauder überzieht.
Es ist eine Urgewalt, gegen die der Mensch klein, macht- und kraftlos wirkt. In einer Sekunde stürzen 3,4 Millionen Liter Wasser nach unten.
Als kleinen bildlichen Vergleich: In einer Sekunde stürzt zweimal das gesamte Wasservolumen des Chiemsees hinunter.
Ganz im Gegensatz dazu steht meiner Meinung das „Erlebnis“ der Mehrheit der übrigen Touristen. Glücklicherweise ist direkt an der Falls Strasse überall Parkverbot, was strikt von den örtlichen Behörden geahndet wird.
Daher greifen viele zu einer mir nicht nachvollziehbaren Besichtigungsalternative. Besonders eifrige Asiaten und Amerikaner fahren mit dem Auto und eingeschaltetem Warnblinker an den Wasserfällen entlang, wobei möglichst viele Fotos oder Videos aus dem Fahrzeug heraus gemacht werden. Die Abenteurlustigen unter diesen Touris steigen sogar einmal aus (der Fahrer bleibt natürlich sitzen), um ein Bild über den Straßenrand zu knippsen. Für mich weder nachvollziehbar noch verständlich. Weitaus bessere Bilder gibt es zu tausenden im Internet, dazu braucht man die weite Reise nicht unternehmen.
Daher mein Aufruf: Versucht die Realität und nicht die digitalen Abbilder auf euch wirken zu lassen!
1 Kommentar:
Hi Stebbo,
nachdem ich mir nun all eure Abenteur zu Gemüte geführt hab, bin ich noch neidischer als vorher auf deine Zeit in Amerika!
Bin froh, dass man soviel von dir hört und ich hoffe auf noch viel mehr Bilder und Geschichten, wenn du wieder im Lande weilst bei einer guten Flasche Met! ;-)
Wünsch dir noch ne schöne Zeit, bis wir wieder voneinander hören!
Ganz liebe Grüße aus dem verregneten Frankenland!
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