Once upon a time in Iron City,...

Hier findet der interessierte Besucher mein Online-Tagebuch über meine Zeit in der Stadt, wo sich der Allegheny und Monongahela River zum Ohio River verbinden...

...in Pittsburgh (Pennsylvania).

Montag, 20. April 2009

Tomesha – Brennender Boden im Death Valley

Es ist Mitte April, der Frühling beginnt Allerortens, milde Temperaturen locken zu mehr Aktivitäten in die freie Natur, auch wenn man als Amerikaner mit dem Auto dorthin fährt. Diesem angenehmen Klima in der normalen Welt fuhren wir davon, da unsere Reise-Ratgeber unisono behaupteten, dass es die beste Zeit wäre, um den Nationalpark Death Valley zu besuchen.

Von Las Vegas aus fuhren wir durch die schon nicht sehr abwechslungsreiche Wüstenlandschaft Nevadas, um Amerikas Extrem in dieser Hinsicht zu erreichen. Dort erwarteten uns 105 Grad Fahrenheit (40,5 Grad Celsius) und auf den ersten Blick nichts, was an Frühling erinnert. Die Luft flimmerte bereits bei unserer morgendlichen Ankunft und die bis dato angenehm kühlende Brise hatte sich in einen staubtrockenen, heißen Föhn verwandelt.

Höre ich da ein Nomen est Omen von den billigen Plätzen? Ist Death Valley wirklich „tot“?

Nach einigen Meilen im Park hielten wir zufällig an einer Historical Landmark. An diesem Punkt hat sich angeblich eine durchziehende Gruppe von Pionieren gespalten. Zwei Drittel entschieden sich, weiter durch das Tal zu ziehen, das verbleibende Drittel kehrte um mit dem Ziel, irgendwie dem Tod in diesem endlosen Tal zu entkommen.
Wie ich anfangs erwähnt habe, Death Valley ist „nur“ das Zentrum, bereits auf hunderte Meilen davor gibt es kein Grün mehr.
Es stellte sich auch uns die Frage, wie wir uns entschieden hätten, nach Tagen erdrückender Hitze, fehlendem Ausblick, dass dieses Tal jemals endet und dahin rinnenden Wasservorräten. Leider stand nicht, was aus beiden Gruppen geworden ist, ob sich die jeweiligen Hoffnungen erfüllt haben oder ob sie zu einem Teil dieses Tals wurden.

Warum einige umkehren wollten, ist denke ich leicht nachzuvollziehen. Aber warum wollte die Mehrheit weiterziehen? Das folgende sind alles nur Vermutungen, also nichts historisch Bewiesenes. Ich denke, dass der Pioniergeist eine Rolle gespielt haben könnte, der Optimismus, dass nach Monaten in dieser Wüstengegend es endlich anders werden muss und nicht zuletzt, der Reichtum des Tals an Mineralien und Edelmetallen.
Die zur Zeit des großen Goldrausches Mitte des 19. Jahrhunderts größte Goldmiene im Death Valley kann heute nicht mehr betreten werden, da man damals mangels Wasser eine Chemikalie namens Zyanid verwendet hat, um das Gold aus dem zerkleinerten Felsgestein zu bekommen. Dadurch ist der gesamte Mienenbereich extrem vergiftet worden und heutzutage in weitem Umkreis abgesperrt.

Wasser gibt es dennoch im Tal, im sogenannten Badwater Bassin. Bei Regen (zumeist im Winter), stürzen sich die ungebremsten Wassermassen die Berghänge herunter und nehmen ungeheure Mengen an den im Fels enthaltenen Mineralien mit. Das Ziel für das so angereicherte Wasser ist das Badwater Bassin, ein riesiger See, der tiefste Punkt der westlichen Hemisphäre, der 86 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Der Name des Sees „Badwater“ beinhaltet gleichzeitig die Info, dass das Wasser nicht trinkbar ist, da es extrem alkalisch ist. Die Regengüsse sind sehr selten, ansonsten genießt die Sonne eine unbeschränkte Herrschaft über das Tal. Daher trocknet dieses flache Flussbett sehr schnell aus und hat über die Jahrhunderte zig Salzschichten hinterlassen. Gräbt man nur einige Zentimeter in die Tiefe, erreicht man momentan fast sofort Wasser, das aber nicht mehr als giftige Flüssigkeit ist.

Bei all dieser Lebensfeindlichkeit hat das Tal trotzdem Leben und wir haben sogar einige Pflanzen gefunden, die dem verbrannten Boden trotzen.Wer Beweise für die These "das Leben findet einen Weg" sucht, hat hier gute Chancen zahlreiche beeindruckende Beispiele zu finden. Selbst im Badwater Bassin gibt es Leben, z.B. in Form von Insekten und Würmern.

Was Death Valley aber auf jeden Fall bietet, sofern nicht grad eine Horde Touristen für ca. 30 Sekunden den auf 21 Grad klimatisierten Bus verlässt, ist Stille....und mit diesem kurzen Eindruck beende ich meinen Post über das von den Indianern "tomesha" genannte Todes Tal:

1 Kommentar:

OnkelHolle hat gesagt…

Dieser Kommentar stammt vom Pfad-suchenden höchstpersönlich, da er hier keinen Account besitzt:

Hey Stebbo,alter Auswanderkönig,

lang lang ist es her, aber vergessen habe ich dich nicht. Nur mein innerer Schweinehund und meine Art, die neuen Medien nur so wenig wie möglich zu nutzen haben mich bisher vom Besuch und lesen deiner Seite abgehalten. Muss dir echt mal ein großes Lob ausprechen und auch gleich mal hinterherschieben, dass ich schon etwas neidisch bin. Das death valley hat zwar nix, aber allein die imposante Natur, selbst wenn nur Landschaft da ist erwährmen mir als Pfadi das Herz;-) Wobei ich sicher dort einfach in mich zusammengefloßen wäre bei solch heißen Temperaturen. Ich hoffe dir geht es so weit gut und hast viel mit Marion unternommen. War sicherlich schön, mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen und dann auch noch die Freundin;-) Holger hatte mich schon mal angesprochen wg nem Treffen, da du ja in naher Zukunft mal deine Supersize Heimat verlässt um dann mal wieder ein gutes Bier und auch gutes Esssen zu genießen. Wenn du da nen genauen Termin hast kannst mich ja mal informieren, damit ich meinen externen Speicher entsprechend briefe. So, dass soll es für´s erste, aber nicht letzte gewesen sein. Genieß die Zeit im fremden Land, es wird nie mehr so sein und vor allem, du bist jung und brauchtest das Geld :-)

In diesem Sinne viele viele Grüße aus dem sonnigen Nürnberg und ich erwarte einen detaillierten Statusbericht bei unserem nächsten Triumtreffen, um weitere Schritte einleiten zu können...

Vorstandsvorsitzender des Trium

the one and only

Ranzen

P.S. konnte leider keinen Kommentar auf der Seite schreiben, deshalb diese Variante